Trans*


Der Körper ist die Übesetzung der Seele ins Sichtbare



Da ich neben meiner objektophilen Empfindensweise ebenso eine transsexuelle Entwicklung habe, möchte ich diese Seite dem Thema aus meinem Blickwinkel widmen. Wer sich allgemein über die Thematik informieren möchte, dem empfehle ich folgende Webseiten:


Eines noch vorweg: ich bin nicht aufgrund meiner Transsexualität objektophil geworden oder ähnliches, denn die grosse Mehrheit der transsexuellen Menschen hegt zwischenmenschliche Beziehungen, dies ist also nicht tauglich als vermeintliche Ursache. :-)

Auf die Welt kam ich als Mädchen, habe jedoch laut Erzählungen aus der Familie schon als kleines Kind eher jungenhafte Eigenschaften gehabt, was sich durch meine Interessen und mein Verhalten im Umgang mit anderen Kindern zeigte. Da ich recht offen erzogen wurde und sämtliche Freiheiten hatte, machte ich mir als Kind kaum Gedanken, ob ich anders sei, obwohl es mir durchaus im Vergleich zu anderen Mädchen/Jungen bewusst wurde, dass ich trotz meines Mädchenseins vielmehr in die Kategorie Junge passen würde.

Die ersten Konflikte traten erst mit Beginn meiner Schulzeit auf, da ich dort im Gegensatz zur bisherigen Kindheit spüren musste, dass es Menschen gibt, die aufgrund von Körperlichkeiten bestimmte Erwartungen an einen haben, dass man in ein bestimmtes Schema passen sollte, so als ob der Körper darüber entscheiden würde, welche Fähigkeiten/Vorlieben jemand hat. Probleme gab es, weil ich z.B. wahlweise unbedingt in den Handwerksunterricht wollte anstatt zum Kochen und auch insgesamt den Kontakt mit den Mädchen gemieden habe.

Bei Menschen, die mich nicht genau kannten, wurde ich oft wegen meiner Kleidung, dem Verhalten und den bevorzugten kurzen Haaren für einen Jungen gehalten, was mir einen gewissen Spass bereitete, sie in dem Glauben zu lassen, da mir das immerhin die mädchenhafte Behandlung durch andere Leute ersparte und ich so die Jungsfreiheiten geniessen konnte, die ich sonst von Zuhause kannte, was toben und ähnliches betrifft.

Richtig schlimm wurde es für mich während der Pubertät, die bei mir schon frühzeitig mit 9 Jahren begann und sich somit die eindeutig weiblichen Merkmale ausprägten, womit mir von der Aussenwelt endgültig der Stempel Frau bzw. weiblich aufgedrückt wurde und ich nicht mehr ohne weiteres als Junge durchging. Damit nahm die Ablehnung meinem Körper gegenüber zu, was noch durch die anatomisch "zu gute" Ausstattung bestärkt wurde. Ich konnte nicht mehr unauffällig einfach ich selbst sein. Das hat sich über die Jahre verschlimmert und ich wünschte mir, dass es eine Chance gibt, daran etwas zu ändern, doch lange Zeit fehlten mir die richtigen Informationen.

Ich persönlich halte sehr wenig von diesem schubladenhaften denken, obwohl genau dieses in Kindheit und Jugend oft Grund für diverse Probleme war, da meines Erachtens einen Menschen nicht das ausmacht, was er zwischen den Beinen hat, sondern sein eigenes Ich-Empfinden einen zu dem macht, als was man sich fühlt. Daher beruht meine Entscheidung zur Veränderung nicht darauf, dass ich aus Sicht anderer nicht das typische Frauenbild erfülle, sondern es beruht hauptsächlich darauf, weil ich meine körperlichen Merkmale als unpassend empfinde zu meinem Selbstempfinden und lange gelitten habe unter diesem grossen Widerspruch.

Meinen Weg nahm ich im Januar 2008 im Alter von 25 Jahren aktiv in Angriff, indem ich mich zunächst in psychologische Betreuung begeben habe, da dies oftmals als Voraussetzung für alle weiteren Schritte erwartet wird, was beispielsweise die Diagnosenstellung betrifft. Entgegen meiner Befürchtungen, die gut durch diverse Vorurteile gegen Psychologen genährt waren, war ich letztlich angenehm positiv überrascht als man mir bereits nach dem ersten Gesprächstermin sagte, bei mir sei sonnenklar, dass ich ein männliches Ich in einem weiblichen Körper bin.

Somit ging es gut voran und ich konnte bereits im April die Hormonbehandlung mit Testosteron beginnen, um die ersten gewünschten körperlichen Veränderungen wie den männlichen Haarwuchs, eine tiefere Stimme und Fettumverteilung herbei zu führen, was sich seitdem zwar langsam aber stetig weiter entwickelt, aber das ist völlig normal, denn ein Junge wird auch nicht über Nacht zum Mann, sondern es vergehen einige Jahre bis zum Abschluss der Entwicklung, das ist bei unsereins nicht anders, da wir damit quasi ebenso eine Pubertät durchmachen.

Parallel dazu habe ich die Änderung meines Vornamens beantragt. In diesem Verfahren wurden zwei Gutachten erstellt, die meine Transsexualität bestätigen sollten, was relativ problemlos von statten ging, bis auf die Tatsache, dass ich bei den Fragen nach meiner Sexualität etwas ins stolpern kam, jedoch dann wahrheitsgemäss sagte, dass ich bisher keinen sexuellen Kontakt mit Menschen hatte und auch kein Interesse daran habe, damit war das Thema vom Tisch. Die Gutachten fielen positiv aus und die Änderung meines Vornamens wurde im September 2008 rechtskräftig.

Ebenso kümmerte ich mich darum, mich nach Chirurgen für die geplanten Operationen umzusehen, denn für mich stand von Beginn an fest, dass ich neben der hormonellen Behandlung auch eine operative Angleichung durchführen lassen möchte, um die Anatomie an mein Empfinden anzupassen, anstatt mit dem Widerspruch zwischen Selbstgefühl und Körper zu leben. Die Voraussetzungen - 18 Monate psychologische Begleitung und mindestens 6 Monate Hormontherapie - waren im Juli 2009 erfüllt, wo ich schliesslich einen OP-Antrag stellte.

Im Dezember 2009 wurde ich nach einer etwas langen Bearbeitungszeit zur persönlichen Begutachtung eingeladen, wobei sich der Gutachter nach einem ausführlichen Gespräch positiv zu meinem Antrag ausgesprochen hat, so dass die letzte grosse Hürde genommen war und ich letztlich Ende Februar 2010 die Kostenübernahme erhalten habe.

Im April 2010 war es dann endlich so weit, dass ich die OP zur Entfernung der weiblichen Brust hinter mich bringen konnte. In einer mehrstündigen Prozedur wurden dabei je Seite gut 1.000 Gramm entfernt, die Brustwarzen per freier Transplantation versetzt und die Brust in eine männliche Form gebracht. Diesen Schritt empfinde ich persönlich als am wichtigsten und am meisten befreiend, da mir dadurch die offensichtlichsten Attribute als grosse Belastung genommen wurden.

Im August folgte die nächste OP zur Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken, so dass ab dort mein Körper ausschliesslich mit den zugeführten männlichen Hormonen versorgt war und es keine Konflikte mehr gab mit der weiblichen Hormonproduktion, was ebenso der weiteren Vermännlichung sehr zuträglich ist.

Stand 08/2010 - Wird bei Fortschritten aktualisiert.....