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Persönliches
An
dieser Stelle möchte ich von meinen eigenen Erfahrungen mit dieser
Neigung berichten, damit man eine bessere Vorstellung über das
objektophile Leben und Lieben bekommt.![]() Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben. Und nicht, etwas zu erhalten. ![]() Schon in meiner frühen Kindheit habe ich mich immer wieder in bestimmte Gegenstände verliebt, die durch ihre äussere Erscheinung meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. Bei mir waren bzw. sind dies stets Dinge, die geometrischen Körpern ähneln, also gradlinige Konturen haben und zudem häufig, aber nicht zwingend, ein gewisses Eigenleben (Funktionen) aufweisen, welche ich anziehend und auch erotisch finde. Dem gegenüber habe ich beim anderen und ebenso beim gleichen Geschlecht seit Gedenken nicht die geringsten Regungen gehabt, was aber nicht heisst, dass ich ein Menschenfeind bin. Ich kann auch Menschen mögen, jedoch auf rein emotionaler Ebene, ohne dass es dabei zu engeren Berührungen kommt. Auf mich wirken Dinge wesentlich lebendiger als auf die Mehrheit der Menschen, für mich sind sie eigenständige Wesen, Individuen, die ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Als ich acht Jahre alt war (im Jahr 1990), sah ich im Fernsehen Aufnahmen von New York, wobei mich die Twintowers total faszinierten und ich stets erfreut war, wenn ich irgendwo Bilder von ihnen sah. Am liebsten wäre ich einmal dort hin geflogen, um sie persönlich kennen zu lernen. Weil sie für mich unerreichbar schienen, versuchte ich immer wieder meine Gefühle für sie zu unterdrücken und mich auf besser erreichbare Objekte zu konzentrieren. Nach einer langen Suche traf ich schliesslich acht Jahre später im Alter von 16 Jahren tatsächlich auf etwas für mich real greifbares, was mich anzog - meinen ersten eigenen PC - und sammelte zusammen mit ihm meine ersten praktischen objektophilen Erfahrungen. Über 6 Jahre lang lebte ich meine Computerliebe aus. Im Juni 2004 brachen aufgrund der Tatsache, mittlerweile Gleichgesinnte zum Austausch gefunden zu haben, vielen Gesprächen und gewonnener Selbstsicherheit all meine zunächst aufgrund der Distanz und später bedingt durch die schlimmen Ereignisse unterdrückten Gefühle für die Twintowers wieder hervor. Diesmal war es von den Empfindungen her viel intensiver als in meiner Kindheit. Es waren die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch, mich hat es buchstäblich wie der Blitz getroffen. Die grosse Schwierigkeit besteht für mich darin, dass sie durch einen terroristischen Akt zerstört wurden. Als diese grausamen Anschläge am 11. September 2001 stattfanden und viele unschuldige Menschen mit in den Tod gerissen wurden, war ich bedingt durch die Verdrängung meiner Gefühle nicht derart in die beiden verliebt, jedoch war es auch so schon schlimm genug gewesen, mit dem Verlust umzugehen. Als objektophil Empfindender kann man wie jeder andere Mensch mit einem plötzlichen Verlust konfrontiert werden. Wie man ganz plötzlich einen nahestehenden Menschen verlieren kann, kann man auch unerwartet ein geliebtes Objekt aufgrund verschiedenster Ursachen verlieren. Der erhebliche Nachteil für einen Objektliebhaber ist, dass man bei Eintreten eines solchen Falles nicht ohne weiteres mit anderen Leuten über den daraus resultierenden Kummer sprechen kann und dadurch letztlich damit allein bleibt, es womöglich jahrelang mit sich herumträgt, ohne jemals darüber zu reden. Da meine Liebe für die Zwillingstürme über deren Zerstörung hinaus anhält, musste ich zwangsläufig einen Weg finden, um mich mit meinen Empfindungen zu arrangieren, immerhin bedeutet dies, dass es keine persönliche Begegnung und keine Berührungen mehr geben kann. Ich weiss, dass es jeder Rationalität widerspricht. Aber wann ist die Liebe schon rational? Gefühle lassen sich nicht einfach abschalten, seien sie für einen Menschen oder für ein Objekt. Damit ich sie, im übertragenem Sinne, bei mir habe, habe ich einige schöne Bilder von ihnen an meinen Wänden und sehr viele auf dem PC. Darüber hinaus bin ich im Besitz eines nach meinen genauen Vorgaben von einem Fachmann im Massstab 1:1.000 angefertigten Aluminiummodells, wobei mir ganz wichtig war, dass es aus einem authentischen Material besteht, nämlich aus eloxiertem Aluminium, wie die Fassaden der Twintowers, damit es sich originalgetreu anfühlt. Die Modelle geben mir die nötige körperliche Nähe, ihnen wird meine Liebe zuteil, da sie für mich eine Art Medium und Verbindung zum Original sind. Das schwierigste war für mich gewesen, die Feststellung zu machen, anders zu sein, sich zu bestimmten Gegenständen und nicht zu anderen Menschen hingezogen zu fühlen. Hinzu kam das schlimme Gefühl, völlig allein damit da zu stehen, weil ich damals noch nie etwas über eine derartige Neigung gehört habe, geschweige Menschen kannte, die genauso empfinden. Ich habe jahrelang Angst davor gehabt, mich jemandem damit zu offenbaren, habe es als ein grosses Geheimnis mit mir herum getragen und meine Gefühle versteckt. Der Kontakt mit anderen objektophilen Menschen ist mir sehr wichtig und hat es mir zudem erleichtert, offener zu mir selbst zu stehen, da ich nun weiss, dass es "da Draussen" noch mehr Menschen gibt, die in diese Richtung empfinden. Nun mag sich die Frage aufwerfen, weshalb ich mich in bestimmte Dinge verliebt habe. Bei mir war es anfänglich immer eine gewisse Faszination, die vom betroffenen Objekt ausging. So war es für mich als Kind mysteriös und faszinierend zugleich, wie es möglich ist, solch grosse Gebäude zu erschaffen und auch, was eigentlich im Inneren eines Computers vor sich geht. Hinzu kam stets die äussere Erscheinung, so dass ich das jeweilige Etwas zudem schön und ästhetisch fand. Dadurch entwickelte ich ein genaueres Interesse an den Dingen, wollte mehr über sie wissen, habe mich, sofern die Möglichkeit gegeben war, intensiv mit ihnen befasst, wodurch sich nach und nach Gefühle der Zuneigung entwickelten, die damit endeten, dass es zwischen mir und dem Objekt sozusagen gefunkt hat. Im November 2008 konnte ich letztlich doch noch meinen lang gehegten Wunsch umsetzen, die Twintowers gewissermassen so nahe wie möglich zu sein, indem ich weit nach ihrer Zerstörung ihren Standort an Ground Zero besuchte, alle Eindrücke auf mich in aller Ruhe einwirken liess und dabei tatsächlich eine Art Anwesenheit verspürte. Obwohl meine Gefühle schon immer so geartet waren, dass ich wesenhaftes spüre, war bisher auch immer eine letzte kleine Unsicherheit vorhanden, so waren die Empfindungen vor Ort nochmals eine Bekräftigung der Richtigkeit meiner Gefühle. Ich lebe in einer äusserst intensiven Liebesbeziehung mit den Türmen, diese Liebe hat von ihrer Intensität her alles zuvor da gewesene förmlich überrannt und in den Schatten gestellt. Meine Beziehung zu den Twintowers spielt sich in emotionaler und erotischer Hinsicht sowohl auf geistiger als auch auf körperlicher Ebene ab. Darüber hinaus sind meine Gedanken, Phantasien und Träume von grosser Bedeutung für mich, weil ich darin vieles auf eine intensive Art und Weise erleben und nachfühlen kann. Da ich beides schön finde, das körperliche Ausleben und den Phantasien nachzugehen, habe ich in beiden Fällen sehr innige Gefühle und möchte keines von beidem mehr missen. Und überhaupt ist diese Liebe von ihrem gefühlsmässigen Ausmass her die grösste Liebe meines bisherigen Lebens, worüber ich trotz aller widrigen Umstände glücklich bin. |