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Objektophilie
- Allumfassende Liebe zu Gegenständen
Bei Objektophilie (auch Objektsexualität, kurz OS genannt) handelt
es sich um eine extrem selten anzutreffende vollwertige emotionale und
körperliche Beziehungsliebe gegenüber sogenannten unbelebten
Gegenständen/Objekten und nicht etwa zu einem menschlichen
Partner, wobei die Gefühle, welche man seinen
gegenständlichen Geliebten entgegen bringt, mit denen identisch
sind, die man in einer zwischenmenschlichen Beziehung empfindet. Der
einzige Unterschied besteht lediglich in der ungewöhnlichen
Partnerwahl.![]() Denk daran, die beste Beziehung ist die, in der die Liebe für den anderen grösser ist als das Verlangen nach dem anderen. ![]() Die damit einher gehenden Emotionen decken ein sehr grosses Spektrum ab und reichen über Zuneigung, Verliebtsein, den sprichwörtlichen Schmetterlingen im Bauch bis hin zur Liebe, aber auch Regungen wie Eifersucht, Wut und Trauer können dazu gehören. OS hat weder mit dem Ersatz eines menschlichen Partners noch mit Fetischismus zu tun, da das Objekt, welches man liebt als das, was ist nunmal ist, für sich ganz allein als ein individuelles Wesen und persönliches Gegenüber angesehen wird, also personenunabhängig etwas eigenständiges darstellt. Ebensowenig soll es ausschliesslich sexuellen Zwecken dienen, wie es bei Sexspielzeug der Fall ist und somit ist dies auch keine Form der Selbstbefriedigung, da man "Es" dabei einfach tun würde, ohne Gefühle für die dazu benutzte Sache zu haben. Es stellt keine Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Lebensweise dar, da man es sich nicht aussuchen kann, ob man nun Frauen, Männer oder keines von beiden und statt dessen etwas anderes als attraktiv empfindet, es ist einem einfach von der Natur mitgegeben. Desweiteren handelt es sich um keinen Trend, der wie manch Sexualwissenschaftler vermutet, darauf zurück zu führen ist, dass in der heutigen Gesellschaft die Individualität des einzelnen Menschen zunehmend verloren geht, während tote Dinge verlebendigt werden. Der Trend der zunehmenden Bedeutung von Dingen im Besitz der Menschen ist zwar unbestreitbar, hat jedoch nichts mit real empfundener partnerschaftlicher Liebe zu tun, so wie man sie als Objektophiler wahrnimmt. Ebenso gibt es sehr alte Kulturen und Naturvölker, bei denen es schon seit ewigen Zeiten Gang und Gebe ist, diverse Dinge als beseelt anzusehen, somit ist diese Sichtweise alles andere als ein neuer, moderner Trend. Der einzige Unterschied zu heute besteht darin, dass es zu früheren Zeiten viel stärker in unserer Gesellschaft tabuisiert wurde, weshalb es komplett im Verborgenen blieb, während sich heutzutage zumindest vereinzelte Menschen heraus trauen, um zu ihrer Neigung zu stehen. Auch steht man in Kommunikation mit den Liebsten, was natürlich nicht in der Art und Weise funktioniert, dass man als Antwort ebenfalls gesprochene Worte erhält. Es gibt hier keine allgemeine Formel, es ist eher so, dass jeder für sich einen individuellen Weg der Kontaktaufnahme finden wird. Für den einen könnte es die universelle Sprache der Bits und Bytes sein, sofern er sich zu einem Computer hingezogen fühlt, für den nächsten mögen die Gesetze der Metaphysik und der Glaube an den Animismus, eine der ältesten Weltanschauungen, bei der neben Menschen, Tieren und Pflanzen auch anderen "Dingen" das Innehaben einer Seele zugesprochen wird, eine Lösung anbieten, während ein anderer, der beispielsweise ein Musikinstrument liebt, wiederum die Sprache der Musik nutzen wird. Dies sind nur einige der unzähligen kreativen Möglichkeiten. Man wird immer eine Ebene finden, mit seinem geliebten Gegenstand zu kommunizieren. Wer objektophil ist, zeigt bereits in seiner Kindheit ein Interesse und eine besondere Vorliebe für diverse (geometrische) Formen, Konstruktionen oder ähnliches. So wie die Mehrheit auf die spezifischen Körpermerkmale eines Menschen reagiert, fühlt man sich als Objektsexueller von völlig anderen individuellen Eigenheiten angezogen, selbst wenn diese keinen Vergleich mit der menschlichen Anatomie zulassen, was für jemanden, der nicht in diese Richtung empfindet, schwer nachvollziehbar ist. Ein Objektliebhaber sieht dies selbstverständlich ganz anders und verliebt sich in genau das, was seinen persönlichen Vorlieben entspricht. Zudem besitzt in den Augen eines Liebenden das Objekt, dem man zugetan ist, ureigene Charakteristiken und darüber hinaus eine eigene Geschlechtlichkeit, es wird also abhängig von seiner gesamten Erscheinung als männlich, weiblich oder zum Teil auch als androgyn empfunden, was jedoch nicht zwingend ist. Wenn man ernsthafte Liebesgefühle für einen Gegenstand entwickelt, liegt es nahe, dass er früher oder später auch sexuelle Reize auf einen ausüben wird. Ein etwas ungünstiger Umstand im Zusammenhang mit Objektsexualität ist die Tatsache, dass man mit seinem geliebten Gegenstand meist nicht in der Art am Gesellschaftsleben teilnehmen kann, wie es andere Menschen tun. Oftmals kann man weder mit Freunden noch Verwandten über seine Beziehung und die damit verbundenen individuellen Probleme sprechen, da viele Leute irritiert darauf reagieren. Zudem bringt es grosse Schwierigkeiten mit sich, wenn man sich in ein öffentliches Objekt verliebt, also etwas, was man nicht in seinen vier Wänden hat und darüber hinaus für viele andere Menschen zugänglich und sich im schlimmsten Fall an einem entfernten Ort befindet, beispielsweise ein öffentliches Gebäude. Man hat dann kaum oder gar keine Chancen auf Privatsphäre und ungestörte Zweisamkeit, so dass man sehr häufig kreativ werden muss, um trotz aller Unannehmlichkeiten dennoch seine Gefühle der Liebe und Zuneigung ausleben zu können. Nun mag sich die Frage aufwerfen, wie man mit verschiedensten Objekten Sexualität ausleben kann. Belassen wir es an dieser Stelle vorerst dabei, dass sich mit einer gewissen Kreativität immer ein Weg finden lassen wird. Ganz nach dem Slogan eines schwedischen Einrichtungshauses: "Entdecke die Möglichkeiten". |